Sorgen um die Ehinger Partyszene

Wie geht es mit der Partyszene in Ehingen weiter? - Foto: seli

Presseartikel vom aus der Schwäbische Zeitung - Ehingen

Einige Wochen sind vergangen, seitdem das Aus für das Ehinger Summer Open Air und das Ende der Kultbar zum Ende des Jahres verkündet wurden. Die Sorge wegen der fehlenden Angebote für Jugendliche wächst – doch ein Ende der Ehinger Partyszene sagen nicht alle vorher. „Ehingen ist definitiv nicht zu klein für ein attraktives Angebot“, machen Fraktionssprecher Christian Walther und Stefan Engst von Junges Ehingen deutlich.

„Natürlich finden wir es sehr schade, dass Sven Letzner die Kultbar schließt. Sie war auf jeden Fall ein wichtiger Teil der Ehinger Partyszene. Es gibt allerdings auch andere Veranstalter, die die Partyszene beleben.“ Die Mitglieder von Junges Ehingen erklären die Ehinger Partyszene nicht für tot, „jedoch könnte definitiv deutlich mehr organisiert werden.“

Partys ausbauen

Moritz Kienzle, der ebenfalls regelmäßig Partys in Ehingen organisiert, ist einer derjenigen, die dies nun anpacken wollen. „Die Kultbar und Sven Letzner waren fester Bestandteil von Ehingen. Sicher werden Partys in Zukunft seltener hier stattfinden. Ich möchte aber weiterhin meine Partys, wie die Beachparty im Sommer, organisieren und das Ganze sogar noch ausbauen.“ Der 20-Jährige plant bereits eine Weihnachtsparty. Weitere Konzepte, die auch außerhalb Ehingen veranstaltet werden sollen, seien ebenfalls in Planung.

Die Kultbar und Besitzer Sven Letzner waren es, die den lokalen DJ Peetrock erst berühmt gemacht hatten. „Ich dachte erst, die Nachricht über das Aus sei ein Scherz“, so der Ehinger DJ, der mit bürgerlichem Namen Patrick Leopold heißt. Die Zukunft seiner eigenen DJ-Karriere sowie die des Ehinger Partylebens sieht er nun mit gemischten Gefühlen.

Immer schwieriger

„Ehingen ist relativ klein. Als Sven Letzner mit seinen Summer Open Airs anfing, dachte ich: Endlich passiert hier mal etwas für die Jugend“, sagt der 36-Jährige Günter Matheis, der regelmäßig als DJ Yello D. in der Region auflegt. In Ehingen sei er aufgewachsen und hätte in diesen Jahren festgestellt, dass es immer weniger Angebote für junge Leute gegeben hat. „Aber es wird einfach auch immer schwieriger, so etwas zu veranstalten – es ist zeitintensiv“, fügt Matheis an. „Sollte mal wieder jemand den Mut haben, etwas auf die Beine zu stellen, bin ich sicher: Das Publikum ist da.“

Der Stadtjugendring „Alte Post“ habe in den vergangenen Jahren ein Fundament aufgebaut, um den potenziellen Organisatoren die Planung solcher Veranstaltungen zu erleichtern. „In der Alten Post gibt es schalldichte Fenster, eine Theke, eine Bühne und sanitäre Einrichtungen. Vereine und Organisationen können das kostenlos nutzen“, informieren Christian Walther und Stefan Engst. „Wir möchten die jungen Ehinger auffordern, selbst Partys zu veranstalten. Es ist alles vorhanden. Jeden Monat eine Veranstaltung von einem anderen Organisationsteam und die Ehinger Partyszene wäre sehr viel attraktiver und ,made in Ehingen’.“

Autor: Selina Ehrenfeld
Quelle: https://www.schwaebische…